Helicobacter Infektion bei Katzen – Diagnose und Therapie
Heute möchte ich einmal über Bakterien schreiben, die höchstwahrscheinlich bei fast allen Katzen vorhanden sind und Symptome verursachen, die fast jeder Katzenbesitzer kennt. Wenn Katzen häufig erbrechen und zwar nicht die typischen Haarballen, oder weil sie Freigänger sind und Mäuse fressen, dann liegt das sehr oft an den Bakterien Helicobacter. Ich habe in einer Dissertation von Uta Brandenburg aus dem Jahr 2000 gefunden, daß die meisten Katzen (es wurden 100 frisch verstorbene Katzen untersucht) mit Helicobacter infiziert waren und zwar zu 84% mit Helicobacter heikmannii und zu 20 & mit Helicobacter felis.
Helicobacter sind winzige Bakterien in der Magenschleimhaut von Menschen und von Tieren und wurde Ende des 19. Jahrhunderts erstmals entdeckt. Erst in den 80iger Jahren wurde ein Zusammenhang zwischen diesen Bakterien und entzündlichen Veränderungen der Magenschleimhaut festgestellt und Anfang der 90iger Jahre wurde auch ein Zusammenhang zwischen Magengeschwüren oder Karzinomen und helicobacterartige Bakterien hergestellt. Auch bei den 100 untersuchten Katzen von Uta Brandenburg aus dem Jahr 2000 wurden in den meisten Fällen entzündliche Veränderungen im Magen festgestellt. Bei vielen Untersuchen wurde auch festgestellt, daß es einen erheblichen Verdacht gibt, daß diese Bakterien vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Neben dem Erbrechen können auch Durchfall bei Katzen ein Symptom für den Befall mit Helicobacter darstellen.
Da es viele verschiedene Arten von Helicobacter gibt, ist eine Diagnose und Therapie manchmal sehr schwer. Bis vor einigen Jahren stand zur Diagnose nur die Magen- bzw. Dünndarmschleimhautbiopsie zur Verfügung, mittlerweile gibt es den für menschliche und tierische Patienten weit aus weniger belastenden serologischen Antiköper-Nachweis. Dafür stehen die Verfahren ELISA, KBR und Immunoblot zur Verfügung, als sicherste Methode zeigte sich bisher die Untersuchung mittels Immunoblot.
Wie kann ich im Vorfeld schon auf eine Helicobacter-Infektion schließen. Meist bei chronischen, also über Monate andauernde Durchfälle, besonders aber bei morgendlichem Galleerbrechen bzw. Erbrechen obwohl das Futter gut über den Tag verteilt wird. Die meisten Katzen haben ansonsten aber eben ein gutes Allgemeinbefinden und deshalb macht man sich vielleicht auch keinen Kopf darum.
Therapiert wird eine Helicobacter-Infektion mit Antibioktika und Protonenpumpeninhibitor,also Säurehemmer über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen. Diese Therapie ist in vielen Fällen erfolgreich, auch wenn ein erneuter Befall nicht ausgeschlossen werden kann.