Wann ist eine Katze eine Rassekatze?
Eine Rassekatze besitzt immer eine Ahnentafel (Stammbaum oder Pedigree genannt). Ohne diesen Abstammungsnachweis handelt es sich um ein Tier unbekannter Herkunft, dessen genaue Abstammung nicht ermittelt werden kann, daher ist es keine Rassekatze.
Die Kurzhaarrassekatzen entstanden ursprünglich aus freilebenden Hauskatzen, die sich dem Menschen angeschlossen hatten. Die gezielte Zucht begann erst, als man begann, sich von den anderen Hauskatzentypen unterscheidende Eigenschaften (z.b.Farben) zu züchten. Ursprünglich waren alle Katzen vom Typ her Kurzhaar, erst durch Mutationen kam es zu längerem Fell oder größeren Ohren. Diese Merkmale wurden vom Menschen weiter gezüchtet und dadurch entstanden die verschiedenen Rassen wie z.b. Siam, Perser, Ragdoll usw.
Der europäische Rassestandard FIFé unterscheidet heute folgende Gruppen:
-Langhaar (z.b. Perser)
-Semilanghaar (z.b. maine coon)
-Kurzhaar (z.b. Britisch Kurzhaar)
-Siamesen und Orientalisch Kurzhaar
-Hauskatzen
Wie eine typische Katze der jeweiligen Rasse aussieht, legt dabei der sogenannte Rassestandard fest, an dem sich die Züchter orientieren.
Der FIFé Standard der Britisch Kurzhaar
Größe: Groß bis mittelgroß
Kopfform: Rund, breit, massiv, mit breitem Schädel
Nase: Kurz, breit und gerade mit einer leichten Einbuchtung, jedoch kein Stop.
Kinn: Kräftig
Ohren: Klein, Spitzen leicht rund, weit gestellte Platzierung
Augen: Groß, rund, weit geöffnet und weit auseinander gesetzt, kupferfarben oder dunkelorange, blau, odd-eyed, grün oder blaugrün
Hals: kurz, sehr kräftig und gut entwickelt
Körper: Muskulös, gedrungen, breite Brust, Schulten und Rücken stark und kräftig
Beine: kurz und stämmig, Pfoten rund und kräftig
Schwanz: Kurz und dick, leicht gerundet an der Spitze
Fell: Kurz und dicht, nicht flach anliegend, mit guter Unterwolle, feine Textur, Textur soll fester im Griff sein.
Farbe: Jedes Haar bis zur Wurzel einheitlich in der Farbe (ausgenommen Tabby- und Silbervarietäten).
Eine Britisch Kurzhaarkatze wiegt ca. 4-6 kg, Kater können bis zu 9 kg schwer werden.
Die Geschichte der Britisch Kurzhaar
Kurzhaarrassen wie Britisch, Europäisch oder Amerikanisch Kurzhaar, die Chartreux und Bleu Russe sind auf den ersten Blick nur schwer von normalen Hauskatzen zu unterscheiden. Ihre Zuchtgeschichte reicht jedoch oft recht weit zurück. So sollen bereits im 16. Jhd Kartäusermönche blaue Katzen zur Vertilgung von Ratten gezüchtet haben. Irrtümlicherweise werden daher alle kurzhaarigen Katzen mit blauen Fell oft als “Kartäuser” bezeichnet. Ende des 19. Jhd begann in Europa die Rassekatzenzucht. Dabei standen zunächst die normalen Hauskatzen im Schatten exotischer Rassen, wie Perser oder Siamesen. Nur wenige Züchter widmeten sich der Zucht von Kurzhaar Katzen. Bis Mitte des 20. Jhd blieb dies so. Einige wenige Züchter in England, wie auch auf dem europäischen Festland widmeten sich nach dem 2. Weltkrieg der Zucht der Kurzhaarkatzen. Man unterschied noch nicht zwischen Europäisch Kurzhaar und Britisch Kurzhaar. Um nach dem Krieg die Basis der Zuchtlinien zu vergrößern oder auch um neue Farbschläge einzuzüchten, kreuzte man vermehrt in die Britisch Kurzhaar Perser ein. Dies führte dazu, daß der Kopf runder wurde und das Fell länger. Besonders fatal war dies für die Rasse der Chartreux Ende des zweiten Weltkriegs. Um die stark ausgedünnten Zuchtlinien der Chartreux aufzufrischen, begann man blaue BKH einzukreuzen. Diese beiden Rassen näherten sich dadurch so stark an, daß man zwischen 1970 bis 1977 beide auf Ausstellungen zusammenfaßte, die BKH in der Farbe blau durften im Stammbaum den Zusatzvermerk “Kartäuser” tragen. Heute wird eine Chartreux (echte Kartäuser) nur dann als reinrassig bezeichnet, wenn im Stammbaum keine BKH auftaucht.
Im Gegensatz zu den britischen Züchtern, waren die Kurzhaarzüchter auf dem Kontinent und in Skandinavien bemüht, den Rassen-Charakter ohne Einkreuzungen fremder Rassen zu erhalten. Daher trennte man 1982 innerhalb der FIFé die Rassen in Britisch Kurzhaar und Europäisch Kurzhaar. Anfang der 1990ger Jahre gelang es nochmals bei BKH durch Einkreuzen von Colourpoint Persern die bis dahin noch nicht vorhandene Farbe Colourpoint bei BKH zu etablieren. Heute gibt es BKH in folgenden Farben:
-Solid: schwarz, blau, lilac, cinnamon, rot, creme, weiß, fawn
-bicolor, tricolor z.b. blau-weiß, schwarz-weiß, weiß-blau-creme
-tabby-Varianten mit Gold oder Silber, dabei gestromt, getupft, gerädert oder getigert (mackerel)
-silver-Varianten
-Colourpoint: z.b. lilac-point, blue-point, creme-point, seal-point, red-point
Alle Farben auch mit der Variante Tortie
Unterschied zur echten Chartreux:
Die Chartreux ist im Gegensatz zur stämmigen BKH eher schlank, das Fell ist etwas silbriger und sehr weich und kurz. Sie hat ausschließlich goldgelbe bis kupferfarbene Augen, der Kopf ist sehr schmal. Chartreux gibt es ausschließlich in der Farbe blue.
Unterschied zur Bleu Russe:
Die Russisch blau erhielt Ihren Namen erst 1940, obwohl schon 100 Jahre vorher die ersten Katzen als Geschenk nach England kamen. Sie ist sehr schlank und grazil, ihre Augen sind immer grün-türkis. Das Fell ist hell silbrig-grau, sehr sanft und dicht. Das kommt daher, daß Unter- und Oberwolle die gleiche Länge haben. Der Kopf ist keilförmig spitz und sie hat sehr große weit auseinander stehende Ohren.
Noch relativ neu sind Britisch Langhaar und Selkirk Rex in Züchterkreisen. Britisch Langhaar (Highländer) können dabei auch in einem Wurf Britisch Kurzhaar fallen, da das Langhaargen rezessiv vererbt wird. Bei Selkirk Rex liegen die Ohren nach unten an (Faltohr).
Charakter der Britisch Kurzhaar
Die BKH läßt ihre Verwandtschaft zur Perser auch deutlich im Verhalten erkennen. Sie ist wesentlich verschmuster als z.b. Europäisch Kurzhaar. Der Jagdinstinkt ist weniger stark ausgeprägt, sie ist sehr gut für die Wohnungshaltung geeignet und freut sich über ein sonniges Plätzchen auf einem gesicherten Balkon. Sie sind geduldig, lassen sich gerne Streicheln und auf den Schoß nehmen. Natürlich kommen auch Temperamentsausbrüche vor, doch sind diese schnell wieder vorbei und die innere Ruhe der BKH kehrt wieder ein. Junge BKH Kätzchen toben natürlich auch wie andere Kätzchen umher, doch werden sie mit dem Alter schneller ruhig als andere Rassen.
Fellpflege und Ernährung
Da die BKH schnell nach der Kastration zu einem eher gemütlichen Leben neigt, sollte man auf die Ernährung achten und die Katze nach der Kastration noch regelmäßig zum spielen animieren. Das Fell der BKH ist kurz und pflegeleicht. Während des Fellwechsels empfiehlt es sich 1 mal täglich die losen Haare durch Bürsten zu entfernen. Baden braucht man eine BKH nicht.
Wie bei jeder Rassekatze gilt, kaufen sie ihr Kätzchen nur bei einem seriösen Züchter! Eine Rassekatze hat ihren Preis! Sogenannte Schnäppchen können schnell zum Albtraum für sie und die Katze werden! Besuchen sie mehrere Zuchten, schauen Sie sich Elterntiere und Haltungsbedingungen an und lassen Sie sich auf keine Schnellkäufe ohne Anschauen aufgrund des günstigen Preises ein. Ein guter Züchter gibt seine Tiere erst im Alter zwischen 12 und 14 Wochen mehrfach entwurmt, geimpft und mit Stammbaum ab. So sollte es mit einer Rassekatze nicht sein:
Buffy-Tagebuch
Infos aus: Britisch Kurzhaar &co. Kurzhaarkatzen Ulmer Verlag – Ihr Hobby Britisch Kurzhaar Katzen Bede Verlag