Heute möchte ich einmal über die Analdrüsen der Katzen schreiben, da unsere Jeanny eine der wenigen Katzen ist, die ab und zu Probleme mit den Analdrüsen hat. Zum ersten mal trat dieses Problem vor ein paar etwa 3 Jahren auf. Wir kamen nach Hause und Jeanny saß ganz verkrampft da und konnte sich kaum bewegen. Wir natürlich sofort in Panik mit ihr zum Tierärztin. Diese tastete den Rücken ab, Wir dachten sie sei wieder irgendwo runter gefallen. In Schwanznähe plötzlich ein riesen Spritzer bis an die Wand und das Aha-Erlebnis bei der Ärztin. Nun drückte sich Analdrüsen noch richtig aus und Jeanny war wieder gesund. Vor ein paar Tagen dann wieder ähnlich. Jeanny saß etwas verkrampft da. Wie tippten diesmal gleich auf die Analdrüsen und schafften es sogar eine selbst auszudrücken. Kurze Besserung bei Jeanny, da aber diesmal noch eine Magenverstimmung dazu kam, musste die Tierärztin doch noch kommen und schaute sich auch nochmal die Analdrüsen an. Eine geübte Tierärztin kann dies halt doch besser. Sie entleerte die Drüsen noch einmal richtig. Nun was sind aber die Analdrüsen eigentlich und wozu braucht die Katze diese.
Die Analdrüsen geben ein Sekret in den Analbeutel ab und während die Katze “kackt” wird immer eine kleine Menge dieses doch sehr stark riechenden Sekrets mit ausgeschieden. Somit besteht die Aufgabe der Analdüsen daran, jeder Katze und ihrem Kot einen sehr individuelle Geruch zu verleihen. Damit kann jede Katze die eigene Visitenkarte hinterlassen und auch andere Katzen so identifizieren. So kann natürlich das Territoriums gut markiert werden. Es werden aber auch Pheromone abgesondert, was zur Signalisierung der Paarungsbereitschaft dient. Und nicht zuletzt dient es auch als Gleitmittel, damit der kot besser rausrutscht. Die Natur ist doch manchmal geniel. Die Analdrüsen befinden sich, wie der Name es schon vermuten läßt in der Nähe des Afters.
Die Analbeutel sind der eigentliche Teil, der mit dem Sekret verstopft und den man dann unter Umständen ausdrücken muss. Sie sitzen beiderseits im unteren seitlichen Bereich des Afters, unter dem äußeren Afterschließmuskel gelegenen Drüsensammelraum. Schaut man sich den Po der Katze an und denkt an eine Uhr, sitzen die Analbeutel auf 4 und 8 Uhr. Der Analbeutel hat eine Größe von 6 bis 8 mm. Wenn die Analbeutel stark gefüllt sind, kann man dies manchmal auch schin von außen erkennen. Bei Langhaarkatzen, wie bei unseren Maine-Coons allerdings eher nicht.
Den Analabeutel zu entleeren ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt und so richtig klappt das wohl erst nach viel viel Übung. Deswegen kann ich nur jedem empfehlen im Zweifelsfall den Tierarzt aufzusuchen. Wer es doch versuchen möchte sollte folgendes Beachten. Anzeichen dafür, dass die Analbeutel verstopft sind können sein; die Katze rutscht auf dem Hinterteil und versucht so den Analbeutel zu entleeren und so wie es bei unserer Jeanny war, ein verkrampftes Bewegen der Katze, so dass man den Eindruck hat, die hätte Lähmungserscheinungen. Bei manchen Katzen kann es zur regelmäßigen Notwendigkeit werden, die Analbeutel zu entleeren, man sollte aber vorsichtig sein, da das Ausdrücken eine zusätzliche Produktion anregt. Soll heißen: So oft wie nötig, so selten wie möglich.
Wie drückt man nun die Analbeutel am besten aus. Vielleicht sei noch erwähnt, dass das Ganze doch ziemlich ekelig werden kann, da das Sekret wirklich sehr stinkt und die Konsistenz derart ist, dass am besten kein guter Teppich in der Nähe ist. Am besten hat man eine Menge Papiertücher parat und dünne Handschuhe.
Die Katze sollte mit dem Po zu einem stehen, und der beste Ort ist das Bad oder noch besser die Dusche, damit die Katze nicht entwischen kann. Der Schwanz der Katze am besten nach oben halten. Die Analbeutel lassen sich nun als erbsengroße Schwellungen erfühlen. Mit Daumen und Zeigefinger drückt man vorsichtig entlang der Beutel von außen/unten nach innen/oben. Normalerweise kann man fühlen, wie sich das Sekret aus den Beuteln schieben lässt. Man sollte nicht zu fest drücken, sondern wirklich das Sekret vor sich her schieben. Drückt man einfach auf die Beutel drauf, verstopft der Ausgang noch mehr und der Katze tut das Ganze bestimmt auch weh. Am besten ist, man macht das Ganze zu zweit, da es auch ein wenig Koordination erfordert.
Neben der noch relativ unproblematischen Verstopfung der Analbeutel können aber auch eine Infektion der Analbeutel vorkommen. Wenn Analbeutel verstopft bleiben, können sich Abszesse oder Analfisteln bilden.
In ganz schlimmen Fällen kann es nötig sein, die Analbeutel operativ entfernen zu lassen. Neben den allgemeinen Risiken einer Operation kann Inkontinenz auftreten.
Wenn die Katze starke Schmerzen bei Berührungen um die Aftergegend zeigt, wenn offene Wunden zu sehen sind, wenn starke Schwellungen auftreten oder sonstige ungewöhnliche Veränderungen der Aftergegend. Wenn das ausgedrückte Sekret breiig schwarz ist, Eiter oder Blut enthält, sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.
Eine Katze, deren Analbeutel nicht behandelt werden LEIDET !!! Dies kann sogar zu psychischen Störungen kommen bis hin zu selbstzerstörerischem Verhalten.
Unsere Jeanny hat alles zum Glück wieder gut überstanden. Nachdem sie 5 Tage nichts gefressen hat, ist sie wieder auf dem Weg der Besserung.