Die Perserkatze zählt zu den ältesten und bekanntesten Rassekatzen. Meine erste Rassekatze (Dibsy hieß sie und ist auf dem Bild abgebildet) war eine Perserkatze. Damals war ich aber noch ein Kind und mir waren Rassemerkmale oder Rassestandard ziemlich egal. Für mich war sie einfach eine richtige Schmusekatze. Nun aber wieder zur Perserkatze als Rasse.
Ursprung
Der genauer Ursprung der Perskatze als Rasse ist bis heute nicht vollkommen geklärt, möglicherweise stammt sie von den Angorakatzen aus der Türkei ab, bei den anderen langhaarigen Rassen aus dem damaligen Persien wurden sie eingekreuzt. Hauptaugenmerk galt hierbei dem gleichmäßigem und dichtem Fell mit einheitlicher Farbe. Es heißt, die Perserkatze sei im siebzehnten Jahrhundert erstmals in Europa aufgetaucht, als der italienischer Forscher Pietro della Valle im persischen Chorassan die ersten blauen Langhaarkatzen entdeckt und mit in seine Heimat gebracht hat. Erste Aufzeichnungen über die Perserkatze sind aus dem Jahr 1620 bekannt. Im neunzehnten Jahrhundert wurde die Perserkatze in Europa bzw.in England bekannt.
Der Rassestandard der Perserkatze
Zunächst einmal unterscheidet man zwischen zwei Standards:
>> der amerikanische Typ und
>> der europäischen Typ.
Als europäische Linie wird die sogenannte “alte Linie” bezeichnet – sie wurde vor den 70iger Jahren in Europa gezüchtet.
Die Perserkatzen nach amerikanischem Standard haben eine flache und hoch angesetzte Nase mit einem deutlichen Stop(einen Knick zwischen Nase und Stirn). Die Ohren sind klein und weit auseinander gesetzt. Durch diese Proportionen entsteht das sogenannte Puppengesicht, das ganz typisch für diesen Standard ist. Beim europäischem Standard hingegen sind die Ohren etwas größer; die Nase ist gut ausgebildet, sitzt tiefer, sollte jedoch auch nicht länger als 1,5 cm sein. Es gibt seit einiger Zeit eine heiße Diskussion um die Nase, in Bezug auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen. Dazu später im Artikel mehr.
Der Kopf: ist rund, massiv, gut proportioniert, breiter Schädel, gewölbte Stirn, volle Wangen, kleine kurze, aber breite Nase (mit gutem Stopp), starkes Kinn, breiter kräftiger Kiefer, kurzer und kräftiger Hals.
Die Ohren: kleine Ohren, weit auseinander stehend, niedrig auf dem Schädel platziert, leicht gerundete Spitzen, mit guten Haarbüscheln
Die Augen: groß, rund, weit auseinanderstehend, leuchtend und ausdrucksvoll, Augenfarbe: kupfer bis tieforange. Ausnahme:
- weiße Katzen: dunkelblau oder odd-eyed (zwei verschiedene Augen)
- Chincilla u. Silver Shaded: grün, blaugrün (grün bevorzugt)
- golden Shaded und Classic Tabby: grün oder bläulichgrün (grün bevorzugt)
Fell: lang (ca. 10 cm), dicht, seidige Textur, nicht wollig, lange Halskrause an Schulter und Brust
Körperbau: groß bis mittelgroß, gedrungen, auf niedrigen Beinen mit dicken Pfoten, breite Brust, Schulter und Rücken massiv und muskulös
Beine: kurz, dick und kräftig, Vorderfüße gerade
Pfoten: groß, rund und fest. Fünf Zehen vorn und vier hinten, Krallen eingezogen, Haarbüschel zwischen den Zehen
Schwanz: kurz und buschig, zur Körperlänge passend, gerade getragen in einer Linie zum Körper
Haltung und Pflege
Die Perserkatze liebt ein gemütliches Zuhause, Sicherheit und Gemütlichkeit sind ihr sehr wichtig. Sie fühlt nicht den Drang, ihr sicheres Heim zu verlassen. So ist sie die perfekte Wohnungskatze mit der nötigen Gelassenheit. Dies wird vor allem mit zunehmendem Alter immer deutlicher. So konnten wir unsere Perser in jungen Jahren während der Urlaubszeit noch zur Nachbarin in Pflege geben, mit zunehmendem Alter reagierte sie aber immer aggressiver auf diese Umstellung und wie froh war sie immer, wenn wir sie wieder in ihre gewohnte Umgebung brachten. Ok im Grunde ist das bei fast allen Katzen so. Perserkatzen habe eine sehr melodiöse angenehme Stimme, jedoch lassen sie lieber ihre großen ausdrucksstarken Augen sprechen. Durch ihren kurzen Körperbau und den kleinen Beinen ist die Perserkatze sicherlich kein Kletterkünstler. Sie liebt es eher wie eine Diva auf ihrem Lieblingsstuhl (bei uns war es der Schreibtischstuhl) zu räkeln (aber auch diese Verhaltensweise haben die Perserkatzen nicht nur für sich gepachtet). Perserkatzen sind sehr verschmust, trotzdem buhlen sie nicht um Aufmerksamkeit, sie kommen einfach, wenn sie Lust dazu haben (sehr oft). Ein großes Problem für de Katzenbesitzer ist sicherlich das lange Fell. Ohne tägliche Pflege verfilzt es ganz schnell und dann hilft oft nur noch die Schere. Aber selbst bei täglichem Kämmen, kann man es oft nicht verhindern, dann sich kleine Filzknäuls bilden.
Die Diskussion um die Nase
Der gültige Perser Standard für Perserkatzen schreibt nun einmal eine kurze und breite Nase mit einem deutlichen Stop vor. Die Nasenspitze darf hiernach nicht höher sein als das Unterlid des Auges. Aus medizinischer Sicht ist dieser Stop manchmal jedoch problematisch. Jeder der sich mit Perserkatzen etwas auskennt, hat schon vom Problem mit den tränenden Augen gehört. Es ist aber nicht grundsätzlich so, daß nur die Perserkatzen des amerikanischen Typs dieses Problem haben. Dennoch kann ein stark ausgeprägter Knick zwischen Nase und Stirn bei mangelnder Selektion beim Züchten zu einer Verengung des Tränen-Nasen-Kanals führen. An den Augenwinkeln auslaufende Tränenflüssigkeit hinterlässt dunkle Verkrustungen. Diese sind für die Katze sehr lästig und erschwert die Pflege der Katze, es kann aber auch zu dauerhaften Verfärbungen im Fell kommen. Dies ist sicherlich erst einmal nur für das Zuchtergebnis schlecht, es gibt auch Fälle, bei denen die Verengung der Tränenkanäle zu Atmungsproblemen führen kann. Dies ist bei sogenannten Extremzuchten oft der Fall. In Deutschland wurden diese Extremzuchten glücklicherweise aber verboten. Einige Züchter haben sich sogar darauf spezialisiert, sogenannte “Perserkatze mit Nase” zu fördern und sich somit auf den alten Standard besinnen. Jedoch ist es sehr schwierig Perser mit Nase zu züchten, die den restlichen Rassenstandard der Rasse entsprechen. Viele Perser mit Nase haben dann zu große Ohren oder auch die großen Kulleraugen fehlen. Ich persönlich denke jedoch, daß Katzen auch Rassekatzen nicht nur für irgendwelche Rassestandards gezüchtet werden sollten. Die Gesundheit der Tiere sollte bei der Auswahl solcher Standards eigentlich immer im Vordergrund stehen. Somit wird diese Diskussion wohl noch lange keine Ende finden.
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